Der erste Eindruck in der Bewerbung

Studien zeigen, ein ansprechendes Design der Bewerbungsunterlagen erhöht die Bewerbungschancen, denn es sorgt für einen überzeugenden ersten Eindruck. Der erste Eindruck entsteht innerhalb weniger Sekunden, noch bevor der Inhalt der Bewerbung gelesen wird.

Die meisten Bewerbungstipps drehen sich um den Inhalt der Bewerbung. Dabei wird die „Verpackung“ oft vernachlässigt. So wie beim Sprechen der Ton die Musik macht, sind beim Schreiben der Bewerbung Formen und Farben wichtig für das Gesamtbild.

Wie sich Bewerber das Design in der Bewerbung zunutze machen können, um einen optimalen ersten Eindruck zu erwecken, hat lebenslaufdesigns.de untersuchtDie Ergebnisse der Recherche sind hier zusammengefasst:

Schriftarten im Lebenslauf ›
Farben im Lebenslauf ›
Aufbau im Lebenslauf ›
Weißraum im Lebenslauf ›

icon zitatsmall„Bewerber mit einem visuell ansprechenden Lebenslauf werden als gewissenhafter, kooperativer, offener, belastbarer und insgesamt als besser einsetzbar eingeschätzt.“ K. Wang, L. Barron und M. Hebl (2010)

Der Heiligenschein-Effekt

Jeder kennt das. Man lernt eine neue Person kennen und ganz automatisch formt man sich ein erstes schnelles Urteil. Dieser erste Eindruck wird den späteren Umgang maßgeblich beeinflussen. Da man für den ersten Eindruck allerdings meist wenig Zeit hat, greift man dabei unbewusst auf einen in der menschlichen Informationsverarbeitung weit verbreiteten Trick zurück.

Ein Beispiel: Nehmen wir an, wir lernen auf einer Party jemanden kennen, der sehr gut gekleidet ist. Wir schließen daraus, dass diese Person neben gutem Geschmack und guten Manieren, vermutlich ebenfalls einen gut bezahlten Job haben muss, um sich entsprechende Kleidung leisten zu können. Das tun wir jedoch ohne den geringsten Beweis dafür zu haben, da wir noch nicht ein Wort mit der Person gewechselt haben. Dieser Effekt wird in der Sozialpsychologie der Heiligenschein-Effekt genannt.

Der Heiligenschein-Effekt in der Bewerbung

Er tritt genauso in der Bewerbung auf. Ein Arbeitgeber schaut sich eine Bewerbung an. Ist der Lebenslauf auf den ersten Blick beeindruckend gestaltet, werden dem Bewerber sofort weitere positive Eigenschaften zugeschrieben. Das geschieht, bevor er sich den Inhalt ansieht.

Design kommuniziert Soft Skills

Ein Bewerber mag die perfekten fachlichen Qualifikationen und Erfahrungen für eine Stelle mitbringen. Wenn er sich auf dem Papier aber ungünstig präsentiert, wird er so auch wahrgenommen. Präsentiert er sich hingegen etwa als kreativ und professionell, unterstellen wir ihm diese gewünschten Eigenschaften automatisch.

Durch das Design der Bewerbung können Bewerber gezielt Soft Skills kommunizieren und so die Bewerbungschancen erhöhen. Marken wie Apple machen es vor: Sie hauchen ihren Produkten mit wohl überlegtem Design Leben ein.

Berufszuordnung unserer Vorlagen

Um die Berufszuordnung der Bewerbungsdesigns zu ermöglichen, wurden die Studienergebnisse im RIASEC Modell zusammengeführt.

Das RIASEC Modell wird von Unternehmen in der Personalauswahl verwendet, um die Persönlichkeitsorientierungen des Bewerbers mit dem Anforderungsprofil der Stelle zu vergleichen. Arbeitgeber suchen gezielt Bewerber, die in ein bestimmtes Profil passen. Studien haben ergeben, dass bei guter Übereinstimmung die Arbeitszufriedenheit höher, sowie der berufliche Erfolg und die Stabilität in der Karriereentwicklung größer sind.

Unsere Bewerbungsvorlagen wurden so erstellt, dass das Design der Muster mit dem gewünschten Persönlichkeitsprofil eines Jobs übereinstimmt.

Persönlichkeitsprofile für 924 Berufe:

In einer groß angelegten Studie des US-amerikanischen Jobcenters wurden die Persönlichkeitsprofile für 924 Berufe gefunden, welche im Durchschnitt zum größten beruflichen Erfolg und der höchsten Arbeitszufriedenheit führen. Daran orientiert sich die Berufszuordnung der Bewerbungsdesigns von Lebenslauf Designs.

Liste aller Berufe nach RIASEC ›
Übersicht aller Bewerbungsmuster ›

Das RIASEC Modell besteht aus sechs Persönlichkeitsorientierungen:

denkend/forschend (investigative):

forschende berufe

Forschende Menschen sind intellektuell, selbstbeobachtend und neugierig. Sie sind wissbegierig, methodisch, rational, analytisch und logisch. Sie zeichnen sich aus bei Aufgaben, die akademisch, wissenschaftlich oder technisch sind. Sie genießen Aktivitäten, die Nachdenken, Beobachtung, Untersuchung, Erforschung und Entdeckung beinhalten. Sie sind begeisterte Leser. Sie mögen es, Probleme zu lösen und Experimente und Recherchen durchzuführen.

Typische Berufe/Berufsgruppen:

Wirtschaftswissenschaftler, Ingenieur, Programmierer, Biologe, Chemiker, Physiker, Soziologe, Politikwissenschaftler, Mathematiker, Arzt, Mediziner, Pharmazeut, Psychologe, Informatiker, Historiker, Geograf, Tierarzt, Marketingspezialist, Unternehmensberater etc.
Bewerbungsmuster für forschende Berufe ›

kreativ/temperamentvoll (artistic):

kreative berufe

Kreative Menschen sind künstlerisch, intuitiv, sensibel, wortgewandt und ausdrucksstark. Sie sind eher unstrukturiert, originell, non-konformistisch, und innovativ. Sie verlassen sich auf ihre Gefühle, Phantasie und Inspiration. Sie mögen es, mit Ideen, Abstraktionen und Konzepten zu arbeiten. Sie sind spontan und aufgeschlossen. Sie zeichnen sich aus bei Aufgaben, die literarisch, verbal, visuell und ästhetisch sind. Sie bevorzugen Kunst, Musik, Tanz, Malerei, Bildhauerei, Zeichnen, Schreiben, Theater, Kommunikation, Design und Mode.

Typische Berufe/Berufsgruppen:

Architekt, Grafikdesigner, Journalist, Redakteur, Rundfunksprecher, Nachrichtenanalyst, Fotograf, Florist, Haarstylist, Industriedesigner, Bauzeichner, Innenarchitekt, Übersetzer, Komponist, Musiker, Model, Maler, Schauspieler, Sänger, Choreograf, Tänzer, Schriftsteller, Werbetexter etc.
Bewerbungsmuster für kreative Berufe ›

soziale Orientierung (social):

soziale berufe

Menschen mit sozialer Orientierung sind freundlich, großzügig, kooperativ, geduldig, fürsorglich, hilfsbereit, einfühlsam, taktvoll und liebenswürdig. Sie zeichnen sich dabei aus, soziale Kontakte zu knüpfen, andere zu unterstützen und ihnen etwas beizubringen. Sie mögen Aufgaben, die Teamarbeit und soziale Interaktion beinhalten und gesellschaftlich förderlich sind. Sie genießen Aktivitäten, die öffentlich, humanitär, aufklärerisch, wohltätig, zwischenmenschlich und serviceorientiert sind.

Typische Berufe/Berufsgruppen:

Sozialarbeiter, Lehrer, Erzieher, Kindermädchen, Krankenpfleger, Altenpfleger, Kellner, Arzt, Physiotherapeut, Massagetherapeut, Psychologe, Therapeut, Ernährungsberater, Reiseführer, Sanitäter, Sporttrainer, Trauerbegleiter, Concierge etc.
Bewerbungsmuster für sozial orientierte Berufe ›

unternehmerisch (enterprising):

unternehmerische berufe

Unternehmerische Menschen sind abenteuerlustig, ehrgeizig, durchsetzungsfähig, extrovertiert, energisch, enthusiastisch, selbstbewusst und optimistisch. Sie sind dominant, überzeugend und motivierend. Sie sind Initiatoren. Sie zeichnen sich aus in Führungspositionen, Unternehmertum, Politik, öffentlichem Reden und Verkaufskunst. Sie besitzen einen unternehmerischen Geist. Sie mögen es, andere zu beeinflussen, die Kontrolle zu haben, Risiken einzugehen, zu debattieren und im Wettbewerb zu stehen.

Typische Berufe/Berufsgruppen:

Verkäufer, Einkäufer, Einzelhandelskaufmann, Rechtsanwalt, IT-Projektmanager, Geschäftsführer, Flugbegleiter, Hostess, Kundenbetreuer, Chefkoch, Qualitätsmanager, Immobilienmakler, Finanzberater, Öffentlichkeitsarbeiter, Eventplaner, Logistiker, Kaufmann, Agent, Leiter, Koordinator, Manager etc.
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konservativ/konventionell (conventional):

konventionelle berufe

Konventionelle Menschen sind gewissenhaft und konservativ. Sie sind logisch, effizient, ordentlich und organisiert. Sie sind gründlich und detailorientiert. Sie legen Wert auf Präzision und Genauigkeit. Sie sind zuverlässig. Sie genießen praktische Aufgaben, quantitative Messungen und strukturierte Umgebungen. Sie folgen den Regeln. Sie zeichnen sich aus in Rechnungswesen, Statistik und Bürotätigkeiten. Sie mögen numerische Aktivitäten und die Büroumgebung.

Typische Berufe/Berufsgruppen:

Buchhalter, Rechnungsprüfer, Bürofachkraft, Sekretär, Sachbearbeiter, Bankkaufmann, Controller, Finanzanalyst, Bonitätsprüfer, Risikomanager, Rechtsanwaltssekretär, Gerichtsangestellter, Handelsvertreter, Kassierer, Polizist, Postmitarbeiter, Rezeptionist, Telefonist, Kontrolleur, Assistent etc.
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praktische Orientierung (realistic):

praktische berufe

Praktisch orientierte Personen sind unabhängig, belastbar, ausdauernd und aufrichtig. Sie bevorzugen es, mit Dingen, anstatt mit abstrakten Ideen umzugehen. Sie sind Macher. Sie sind sachlich, und bodenständig. Sie zeichnen sich aus bei Aufgaben, welche Körpereinsatz, motorisches Geschick oder praktische Kompetenzen verlangen und zu konkreten, sichtbaren Ergebnissen führen.

Typische Berufe/Berufsgruppen:

Pilot, (LKW-)Fahrer, KFZ-Mechaniker, Lagerarbeiter, Koch, Bäcker, Bauarbeiter, Juwelier, Bautechniker, Biotechniker, Elektriker, Elektrotechniker, Gerichtsvollzieher, Reinigungskraft, Hausmeister, Sicherheitsbeauftragter, Wachmann, Fließbandarbeiter, Friseur, Maschinist, Mechaniker, Monteur, Sportler, Tontechniker etc.
Bewerbungsmuster für praktisch orientierte Berufe ›

Quellen:

Weitzel, T., Eckhardt, A., Laumer, S.,et al., (2015). Eine empirische Untersuchung mit den Top-1.000-Unternehmen aus Deutschland (PDF).

Chad H. Van Iddekinge [Florida State University], Dan J. Putka [Human Resources Research Organization], John P. Campbell [University of Minnesota] (2011). Reconsidering Vocational Interests for Personnel Selection: The Validity of an Interest-Based Selection Test in Relation to Job Knowledge, Job Performance, and Continuance Intentions (Abstract). Journal of Applied Psychology, Vol. 96, No. 1, 13-33.

Deirdre J. Knapp [Human Resources Research Organization] & Trueman R. Tremble [U.S. Army Research Institute] (Ed.). (2007). Technical Report 1205: Concurrent Validation of Experimental Army Enlisted Personnel Selection and Classification Measures (PDF).

Barrick, M. R., Mount, M. K., & Gupta, R. (2003). Meta-analysis of the relationship between the five-factor model of personality and Holland’s occupational types (PDF). Personnel Psychology, 56, 45-74.

Tracey, T. J. G., & Rounds, J. B. (1993). Evaluating Holland’s and Gati’s vocational-interest models: A structural meta-analysis (Abstract). Psychological Bulletin, 113, 229-246.

Rounds, J. & Tracey, T. J. (1996). Cross-Cultural Structural Equivalence of RIASEC Models and Measures (PDF). Journal of Counseling Psychology, 43, 310-329.

Rounds, J., & Tracey, T. J. (1993). Prediger’s dimensional representation of Holland’s RIASEC circumplex (PDF). Journal of Applied Psychology, 78, 875-890.

Wang, K., Barron, L., & Hebl, M. (2010). Making those who cannot see look best: Effects of visual resume formatting on ratings of job applicants with blindness. Rehabilitation Psychology, 55(1), 68-73.