Bewerbung für eine Ausbildung

Bei der Bewerbung für einen Ausbildungsplatz spielen ansprechende und professionelle Bewerbungsunterlagen eine große Rolle. Die Qualität der Bewerbung kann über den Erfolg bei der Suche nach einer Ausbildung die entscheidende Hürde darstellen – umso wichtiger ist es, die Bewerbung mit Sorgfalt zu erstellen.

Was gehört in die Ausbildungsbewerbung?

Die Bewerbung für einen Ausbildungsplatz besteht aus Bewerbungsanschreiben, Lebenslauf und Anhängen. Der Lebenslauf ist das Herz der Bewerbung und listet die wichtigsten Stationen und Kenntnisse meist in tabellarischer Form auf. Das Anschreiben ist ein ausformulierter Text in Form eines Geschäftsbriefes. Auf einer DIN-A4-Seite wird dabei ein persönlicher Bezug zum Unternehmen und der Stelle hergestellt. Die Anhänge dienen dazu, Fähigkeiten und Qualifikationen zu belegen. Hierzu gehören zum Beispiel Arbeitszeugnisse, Schulzeugnisse, Zertifikate über ehrenamtliche Tätigkeiten und besondere Kenntnisse.

Die Dokumente sollten in folgender Ordnung sortiert sein:

  1. Anschreiben
  2. Tabellarischer Lebenslauf
  3. Schulzeugnisse
  4. Zertifikate (Fremdsprachen, Engagement, Wettbewerbe etc.)
  5. Weitere Anhänge

Der Lebenslauf für eine Ausbildung

Der tabellarische Lebenslauf ist neben dem Anschreiben der wichtigste Bestandteil der Bewerbung. Er bietet eine Übersicht über die wichtigsten schulischen und beruflichen Stationen mit dem Ziel der überzeugenden Darstellung des eigenen Profils. Der Lebenslauf für Schüler und Schulabgänger ist eine DIN A4 Seite lang.

Wichtig ist, dass das die Inhalte und das Design des Lebenslaufs an die Stelle und den Ausbildungsbetrieb angepasst sind. Frage dich immer: Was sollte ich von mir erzählen, damit der Betrieb den Eindruck bekommt, dass die Aufgaben erfolgreich erledigen kann?

Aufbau des Lebenslaufes

Der Lebenslauf ist antichronologisch aufgebaut. Das bedeutet, dass die letzte Station zuerst genannt wird. Er besteht aus verschiedenen Kategorien wie zum Beispiel Persönliche Daten und Kontaktdaten, Schulische Laufbahn, Berufserfahrung, EDV-/ Computerkenntnisse und Sprachkenntnisse und weitere Informationen wie Hobbys, Ehrenamt etc.

Hier findest du ausführliche Informationen zum tabellarischen Lebenslauf.

Besonderheiten für Ausbildungsplatzsuche

Als Schüler hast du vermutlich noch keine oder nur sehr wenig praktische Erfahrung und dein Bildungsweg ist auch noch nicht sehr lang. Um dennoch zu punkten, beachte folgendes:

Für Schüler besteht der Lebenslauf in erster Linie aus der Auflistung der bisherigen schulischen Laufbahn sowie erster Praktika oder Nebenjobs als Babysitter oder Nachhilfelehrer. Besondere Erfahrungen wie Auslandsaufenthalte, die Teilnahme an Wettbewerben und Stipendien sollten unbedingt erwähnt werden. Auch Hobbys, Sportarten oder besondere Interessen können genannt werden, wenn der Lebenslauf ansonsten wenig umfangreich ist. Ehrenamtliches Engagement sagt viel über dich aus und sollte unter „Sonstiges Engagement“ erwähnt werden.

Tipp: Wenn dein Lebenslauf noch sehr kurz ist, kannst du neben der schulischen Laufbahn auch spezielle Interessen oder Talente erwähnen, falls diese relevant sind.

Bewerbungsanschreiben für die Ausbildung

Im Anschreiben hast du die Möglichkeit, dich selbst zu präsentieren und dem Unternehmen klar zu machen, warum du der perfekte Kandidat für den Ausbildungsplatz bist.

Was beim Schreiben zu beachten ist

Im Bewerbungsanschreiben kannst du das Unternehmen von dir überzeugen und benutzt dazu am besten viele Beispiele. Sollten deine Lieblingsfächer gut zum Unternehmen passen, nenne diese. Falls du eine Ausbildung in deinem Traumberuf anstrebst, dann erkläre, was dich daran so begeisterst und welche Stärken du mitbringst, die dir auf dem Weg dorthin helfen können. Es ist wichtig, im Hinterkopf zu haben, dass das Anschreiben nicht dazu dient, lediglich die Informationen aus dem Lebenslauf zu wiederholen, sondern einen anderen Schwerpunkt hat. Es geht darum einen persönlichen Bezug zum Unternehmen und zur Stelle herzustellen.

Struktur und Inhalte des Anschreibens

Das Anschreiben besteht aus Einleitung, Hauptteil und Schlussteil wird traditionell in Form eines Geschäftsbriefes formatiert. Es sollte nicht mehr als eine DIN A4 Seite umfassen.

In der Einleitung beschreibst du kompakt in 2-3 Sätzen, wie du auf die Stelle aufmerksam geworden bist und warum du dich für die Ausbildung bewirbst. Stelle direkt zu Beginn dein bestes Argument heraus und erkläre deine Motivation. Hier kannst du dein besonderes Talent anpreisen und dem Unternehmen auch zeigen, warum du besonders gut zu ihnen passt. Aber: In der Kürze liegt die Würze! Hier gibt es weitere Tipps für den Einleitungssatz.

Im Hauptteil gehst du dann ins Detail. Hier werden gute Argumente und konkrete Beispiele mit bisherigen Erfahrungen, Fähigkeiten und Interessen verknüpft, um ein Bezug zum Unternehmen und zur Stelle herzustellen. Die Frage, warum du deine Ausbildung bei dem Unternehmen absolvieren willst und der Ausbildungsberuf besonders gut zu dir passt, soll beantwortet werden. Von großer Wichtigkeit ist dabei, dass die Argumentation schlüssig und ein roter Faden erkennbar ist. Die Formulierungen sollten möglichst präzise und die Sätze prägnant und nicht zu lang sein. Außerdem ist es wichtig, Beispiele zu nennen und gut zu argumentieren. Formulierungen wie „Ich will bei Ihnen eine Ausbildung machen, weil mich Ihr Unternehmen interessiert.“ sind nicht empfehlenswert.

Im Schlußteil des Anschreibens kannst du noch das mögliche Eintrittsdatum nennen. Beende das Anschreiben dann mit dem Wunsch nach einem Kennenlernen in einem Bewerbungsgespräch. Darunter folgen die Unterschrift und das Datum.

Hier findest du ausführliche Tipps und Beispiele zum Anschreiben.

Tipp: Im Anschreiben geht es darum, das Unternehmen zu überzeugen. Es ist empfehlenswert, sich gut über das Unternehmen und die Ausbildung zu informieren und konkreten Informationen im Anschreiben zu nennen.

Formatierung des Anschreibens

Das Anschreiben für die Ausbildung wird gemäß der Norm DIN 5008 für Geschäftsbriefe formatiert. Die Norm soll den geschäftlichen Briefverkehr vereinheitlichen und die Lesefreundlichkeit von Dokumenten sicherzustellen.

Die wichtigsten Normen nach DIN 5008 (Stand 2011) im Überblick:

  • Die Schriftgröße beträgt zwischen 10 – 12 Punkt
  • Es sollte eine gängige Schriftart wie Times New Roman oder Arial gewählt werden, oder eine andere Schriftart die professionell wirkt und gut lesbar ist
  • Rechtsbündig oder in der Kopfzeile werden die Kontaktdaten des Absenders und linksbündig die Adresse des Empfängers eingefügt
  • Anschließend werden rechtsbündig Ort und Datum eingefügt
  • Der Betreff (kann fett gedruckt sein) inklusive Stellenbezeichnung wird zwei Zeilen unter dem Datum eingetragen, danach folgen zwei weitere Leerzeichen
  • Der eigentliche Text beginnt mit der Anrede des passenden Ansprechpartner
  • Nach dem Text folgt eine Leerzeile und dann die Grußformel, dann drei Leerzeilen für die Unterschrift

Heutzutage muss die DIN 5008-Norm nicht mehr so strikt befolgt werden. Priorität ist, dass das Bewerbungsschreiben übersichtlich, lesefreundlich und klar strukturiert bleibt.

Hier findest du ein Bewerbungsanschreiben im DIN 5008-Format zum Download.

Bewerbung Ausbildung: Muster & Vorlagen

Professionell wirkende Unterlagen sind das A und O bei der Ausbildungsplatzsuche. Die Bewerbung sollte dem potentiellen Ausbildungsbetrieb sowie der Stelle und der Branche angepasst sein und gleichzeitig zum persönlichen Stil des Bewerbers passen.

Bei der Erstellung kann der Bewerber je nach Vorliebe und Eigenschaften des ausbildenden Unternehmens aus einer Vielzahl an verschiedenen Mustern und Vorlagen wählen. Dies bietet die Möglichkeit, Individualität auszudrücken und sich professionell zu präsentieren.

Versand der Bewerbung für eine Ausbildung

E-Mail vs. Papierbewerbung

Die meistens Bewerbungen werden mittlerweile per E-Mail versendet, dennoch gibt es weiterhin Unternehmen, die auf die klassische Bewerbung in Papierform in einer Bewerbungsmappe setzen. Da es hierbei einige Unterschiede zu berücksichtigen gibt, gehen wir kurz auf die wichtigsten Merkmale ein.

Bei der E-Mail-Bewerbung wird ein kurzes Anschreiben in das Textfeld der E-Mail eingefügt. In diesem wird an die angehängte Datei hinweist. Das Anschreiben, der Lebenslauf und die Anlagen werden dann nacheinander in ein PDF Dokument eingefügt und der Anhang hochgeladen. Bei einer traditionellen Bewerbung in Papierform werden die Unterlagen hingegen ausgedruckt und in einer Bewerbungsmappe versendet. Das Anschreiben liegt lose auf der Bewerbungsmappe auf.

Tipp: Falls du dir unsicher bist, ob das Unternehmen eine Papierbewerbung oder die Bewerbung per E-Mail bevorzugt, frag am besten vorher kurz nach und erkundige dich zeitgleich nach dem Ansprechpartner.

Benennung der Unterlagen und Ansprechpartner

Bei der E-Mail-Bewerbung werden die Unterlagen als Anhang eingefügt. Wichtig ist, dass das Dokument passend benannt wird. Der Namen des Bewerbers sowie die Ausbildungsstelle sollten erwähnt werden. Ein passendes Beispiel ist Max-Mustermann_Bewerbung-Tourismuskaufmann.pdf.

Auch im Betreff der E-Mail sollten die Ausbildungsstelle und das Wort Bewerbung genannt werden.

Informiere dich außerdem über den richtigen Ansprechpartner, falls dieser nicht schon in der Stellenanzeige erwähnt wird. Richtig adressiert, wirkt deine Bewerbung gleich viel freundlicher und professioneller.

Hier findest du ausführliche Tipps und Beispiele für die Bewerbung per E-Mail.

Ausbildung & Berufswahl – was passt zu mir?

Um sicherzugehen, dass der Ausbildungsberuf auch zu dir passt, ist die Auseinandersetzung mit der Wunschausbildung und den eigenen Fähigkeiten und Interessen wichtig. Im besten Fall hast du schon während der Schulzeit ein erstes Praktikum absolviert, in bestimmte Berufe reingeschnuppert und dir Gedanken zu möglichen Berufen gemacht.

Zur Information und für die Suche nach dem perfekten Ausbildungsberuf stehen viele verschiedene Portale und Stellen sowie zum Beispiel Berufsinformationszentren oder das Arbeitsamt bereit. Auch kannst du Freunde und Familie um Rat fragen. Setze dich außerdem bewusst mit dir, deinen Talenten und Interessen auseinander.

Folgende Fragen können dir bei der Suche helfen:

  • Welches sind deine Lieblingsschulfächer?
  • Wofür hast du dich schon als Kind besonders interessiert?
  • Wie schätzen deine Freunde und Familie deine Talente ein?
  • Bist du eher praktisch oder kreativ veranlagt, oder planst und organisierst du gern?
  • Mit welchen Materialien arbeitest du gern?
  • Wie sehr liegen dir Kundenkontakt, Verkauf, Beratung etc.?
  • Wobei vergisst du am ehesten die Zeit?
  • Was machst du in deiner Freizeit am liebsten?
  • Was ist dir bei deiner Zukunftsplanung besonders wichtig (etc. Aufstiegschancen, Gehalt, genügend Freizeit, Nähe zu Freunden und Familie etc.)
  • Willst du im Anschluss an die Ausbildung studieren oder weiterlernen?

Tipp: Im Vorteil ist, wer frühzeitig mit der Berufsorientierung anfängt und sich mit verschiedenen Ausbildungsberufen beschäftigt. Ein Praktikum kann bei der Entscheidung helfen!

Die Ausbildungsplatzsuche

Nach dem du dich mit deinen Interessen und Perspektiven auseinandergesetzt hast, geht es an die Suche nach dem Ausbildungsplatz. Eigeninitiative und Kreativität bringen dich bei der Suche nach einem geeigneten Ausbildungsplatz ans Ziel.

Eine Ausbildung kannst du auf vielen verschiedenen Wegen finden. Wer gut vernetzt ist, hat vielleicht mit Mund-zu-Mund-Propaganda Erfolg, aber auch eine Initiativbewerbung beim Unternehmen im Nachbarort oder die Bewerbung über die Bundesagentur für Arbeit können zum Wunsch Ausbildungsplatz führen.

Checkliste Bewerbung für eine Ausbildung

  • Beschäftige dich mit deiner Berufswahl und lasse dich beraten
  • Sei kreativ und kontaktiere interessante Unternehmen initiativ
  • Zeige Persönlichkeit und argumentiere, warum du der perfekte Azubi bist
  • Lebenslauf und Anschreiben bestehen aus jeweils 1 DIN A4 Seite
  • Sei bei der Formulierung des Anschreibens konkret und zeige echtes Interesse
  • Passe die Unterlagen deiner Persönlichkeit und dem Unternehmen an
  • Verwende ein professionelles Muster für deinen Lebenslauf
  • Vermeide Rechtschreib- und Grammatikfehler durch doppelte Kontroll
  • Versende deine E-Mail Bewerbung in einem Anhang im PDF Format
  • Füge das letzte Schulzeugnis sowie weitere relevante Anhänge hinzu

Los geht’s!

Die Ausbildungssuche und die Bewerbung um den Wunschausbildungsplatz sind eine spannende Herausforderung für jeden Schulabgänger. Wer mit einem kühlen Kopf an die Erstellung der Bewerbungsunterlagen herangeht, seinen Lebenslauf und sein Anschreiben gut durchdenkt, an das Unternehmen anpasst und sich ernsthaft mit sich und der angestrebten Ausbildung beschäftigt, kommt mit etwas Geduld sicher und zufrieden ans Ziel.

Mit unseren Bewerbungstipps und passenden Bewerbungsmustern und Vorlagen kann außerdem nichts mehr schiefgehen!