Bewerbung auf Englisch

Mehr und mehr Bewerber zieht es ins englischsprachige Ausland. Auslandserfahrung und sehr gute Kenntnisse der englischen Sprache sind heutzutage auch als Anforderungen in fast jeder Stellenbeschreibung zu finden. Wer sich erfolgreich auf Englisch bewerben will, muss einige Unterschiede zur deutschen Bewerbung beachten.

Lebenslauf auf Englisch: Resume vs. CV

Bei der Erstellung des englischen Lebenslaufes gibt es einiges zu beachten. Zuerst einmal muss zwischen CV und Resume unterschieden werden. Während der CV sehr ausführlich sein kann und meist in Großbritannien und Irland verwendet wird, ist in den USA und Australien das 1-seitige Resume gängig.

Auch inhaltlich gibt es einige wichtige Unterschiede zwischen einem Lebenslauf, einem CV und einem Resume: im CV und Resume wird normalerweise kein Foto verwendet, und die Angabe von persönlichen Daten beschränkt sich zumeist auf den Namen und die Kontaktdaten – Geburtstag, Familienstand und Religion werden nicht angegeben. Im oberen Teil des Lebenslaufes, noch bevor der Werdegang aufgelistet wird, steht das Career goal bzw. Objective. In ein bis zwei Sätzen werden das Profil des Bewerbers und seine besonderen Qualitäten hier zusammengefasst. In den englischen Lebenslauf gehören außerdem mindestens zwei Referenzen, deren Namen, Position und Kontaktdaten angegeben werden.

Das Resume ist außerdem normalerweise nur 1 Seite lang und bildet einen Schwerpunkt auf den Erfolgen und Qualifikationen des Bewerbers. Der CV dagegen kann auch 2 Seiten und im akademischen Bereich oder für Forschungszwecke sogar sehr viel länger und umfassender sein.

Ob du nun ein Resume oder CV verwendest, hängt davon ab, was in der Stellenanzeige gefordert ist und wo du dich bewirbst. In den USA ist das Resume Standard, in Großbritannien wird meist ein dem Lebenslauf ähnlicher CV verwendet.

TIPP: In den USA wird in aller Regel ein Resume verwendet. In Großbritannien ist ein dem deutschen ähnlicher CV gängig, es sei denn, man bewirbt sich im akademischen Bereich.

Aufbau, Struktur und Design des Lebenslaufes

Im Großen und Ganzen gleicht der englische Lebenslauf dem Deutschen. Häufig ist der englische Lebenslauf mehrspaltig und meistens enthält er gleich unter oder neben den Kontaktdaten das Career Objective, danach folgt der berufliche und schulische Werdegang. Im Englischen wird der Werdegang immer anti-chronologisch aufgelistet und die einzelnen Positionen werden mit Titel, Dauer und Tätigkeiten sowie wichtigen Erfolgen angegeben.

Die verwendeten Kategorien sind in etwa folgende:

  • Contact Information
  • Objective / Career goal
  • Professional / Work Experience
  • Education / Training
  • Skills (e.g. languages / IT skills) / Honors / Engagements
  • References

Besonders im amerikanischen Raum sind moderne Lebenslaufdesigns und eine grafische Umsetzung von Elementen im Lebenslauf mittlerweile weit verbreitet. In vielen Branchen ist der Lebenslauf nicht mehr stets gleich und traditionell aufgebaut und gestaltet – Variation ist gängig und der Bewerber kann sein individuelles Profil durch Design und Gestaltung kommunizieren.

Anschreiben auf Englisch – Der Cover Letter

Das Anschreiben auf Englisch ist im Großen und Ganzen mit dem deutschen Anschreiben identisch. Im Anschreiben geht es darum, dich und deine Fähigkeiten zu präsentieren und den Personaler davon zu überzeugen, dass du der richtige Kandidat für den Job bist. Geschicktes Argumentieren ist im Anschreiben besonders wichtig und Beispiele helfen, deine Fähigkeiten zu belegen und deine Erfolge zu veranschaulichen.

Der Stil des Cover Letters sollte professionell, aber nicht zu formal und langweilig sein und vor allem auf den Punkt bringen, weshalb du für die Position geeignet bist.

Gestaltung und Aufbau

Das Standardanschreiben besteht aus einer DIN A4 Seite mit drei bis vier Absätzen, gegliedert in Einleitung, Hauptteil und Schlussteil und ist ebenso wie in Deutschland wie ein Geschäftsbrief formatiert. Zunächst werden die Kontaktdaten inklusive E-Mail-Adresse und Telefon angegeben linksbündig. Datum und Ort können über den Kontaktdaten linksbündig angegeben werden, sind aber nicht obligatorisch.

Danach folgen wie im Deutschen auch üblich die Absätze, in denen der Bewerber sich vorstellt, auf die ausgeschriebene Stelle eingeht und dem Personaler zeigt, warum er der perfekte Kandidat ist. Nach einer kurzen Einleitung, die dem Personaler Geschmack auf den Rest der Bewerbung machen soll und das besondere Profil des Bewerbers und seine Eignung bewirbt, folgt der Schlussteil. In diesem geht es darum, das Unternehmen von der eigenen Person und der Motivation zu überzeugen. Hilfreich ist es, Kenntnisse mit Hilfe von Beispielen konkret zu beschreiben und dem Unternehmen aufzuzeigen, welche Vorteile der Bewerber mitbringt. Eine intensive Auseinandersetzung mit den eigenen Fähigkeiten, dem Unternehmen und der zu besetzenden Stelle ist nötig, um diesen Teil der Bewerbung so individuell wie möglich zu gestalten.

Im Anschluss folgt ein abschließender Satz mit dem Wunsch eines persönlichen Kennenlernens und die Grußformel.

Tipps zum Anschreiben

Zur Anrede wird meist ein “Dear Mr. / Ms XY” or “Dear Sir or Madam”, oder bei unbekannten Adressaten “To whom it may concern” verwendet. Es lohnt sich, den richtigen Ansprechpartner zu recherchieren und anzuschreiben. Dies drückt Höflichkeit aus und zeigt das Engagement des Bewerbers. Als abschließende Grußformel eignen sich “Sincerely,” oder “Yours sincerely,” und darunter der Name des Bewerbers.

Beispiel: Englisches Bewerbungsschreiben

Beispiel eines englischen Anschreibens

Bewerbungsvorlage zum Download

Versand, Anhänge und Referenzen

Der Cover Letter wird am besten an die E-Mail-Bewerbung angehängt und kommt an erster Stelle vor den restlichen Unterlagen. Der Lebenslauf und auch Zeugnisse und Zertifikate, die “Supporting Documents”, werden als Anhang hinzugefügt.

Für die Anzahl und Art der angehängten Dokumente gibt es auch bei englischen Bewerbungen keine Standardregel. Es hängt ganz von der entsprechenden Stelle und der Stellenanzeige ab und welche Anhänge dein Bewerberprofil stärken. Im Zweifelsfall gilt, weniger ist mehr und das Unternehmen wird dich falls gewünscht nach entsprechenden Belegen fragen.

E-Mail Bewerbung und Benennung

Die E-Mail-Bewerbung sollte mit einem passenden Betreff versendet werden. Passend ist zum Beispiel der Jobtitel aus der Stellenanzeige. “Application” ist als Betreff nicht ausreichend. Wenn möglich sollte auch die entsprechende Job-Referenznummer genannt werden.

Auch Anhänge sollten selbstverständlich klar benannt werden und den Namen des Bewerbers enthalten. Alle E-Mail-Anhänge dürfen zusammen nicht größer als 4MB sein, damit die E-Mail auch von jedem Unternehmen problemlos empfangen werden kann.

Angabe von Referenzen

Die Angabe von zwei oder drei Referenzen wie beispielsweise frühere Arbeitgeber oder auch Lehrer, Ausbilder oder Professoren ist im englischsprachigen Ausland üblich. Wenn Referenzen gezielt gefordert werden, sollte der Bewerber darauf eingehen. Falls in der Stellenausschreibung keine Referenzen gefordert werden, kann der Bewerber trotzdem Referenzen nennen. Das Angeben von passenden Referenzen wirkt grundsätzlich positiv.

Die Referenzkontakte werden in erster Linie nach den bisherigen Aufgaben und Erfahrungen sowie Stärken und Schwächen des Bewerbers gefragt. Der Personaler kann sich auch nach einer Bestätigung der angegebenen Qualifikationen erkundigen.

Die Referenzen sollten so professionell wie möglich sein, können aber neben Vorgesetzten auch Kollegen, Kunden oder zum Beispiel Kontakte in Vereinen und Organisationen sein. Grundsätzlich sollten die angegebenen Referenzen dich gut kennen und positiv von dir denken. Familienmitglieder und Freunde werden nicht angegeben.

Es werden sowohl Name, Position, Beziehung zum Bewerber und Telefonnummer oder E-Mail-Adresse angeben. Du solltest die Kontakte vorab um Erlaubnis fragen, damit der Anruf eines Arbeitgebers keine Überraschung ist. Auch empfiehlt es sich, die Referenzkontakte zu informieren, wo genau der Bewerber sich bewirbt. So können sie sich vorbereiten. Falls gewünscht kannst du auch deinen Lebenslauf zur Verfügung stellen.

Referenzen werden entweder direkt im Lebenslauf in einer extra Kategorie etwa am Ende des Dokumentes eingefügt oder in einem separaten Dokument als Reference List eingefügt.

TIPP: Die Auswahl der Referenzkontakte sollte gut durchdacht und die Kontakte über die Bewerbung informiert sein, sodass sie sich auf das Gespräch vorbereiten können.

Checkliste Bewerbung auf Englisch

  • CV oder Resume – das hängt vom Land, dem Job und dem Zweck der Bewerbung ab
  • Beim Resume stehen die Erfolge und wichtigsten Positionen im Vordergrund, der CV ist kompletter und kann in Ausnahmen sogar mehrere Seiten beinhalten
  • Auf ein Foto wird bei englischen Bewerbungen verzichtet
  • Ein Career Objective ist im Englischen weit verbreitet und bietet die Chance, das persönliche Profil kurz und knackig zusammenzufassen
  • Referenzen sind Teil der Bewerbung und können im CV oder einer Referenzliste angegeben werden
  • Das Anschreiben ist wie das deutsche Anschreiben aufgebaut und eine Seite lang

Jobsuche im Ausland

Es gibt viele Möglichkeiten, den Schritt ins Ausland zu gehen und sich dadurch beruflich weiterzuentwickeln. Wer bei einem deutschen Unternehmen mit Vertretungen im Ausland beschäftigt ist, wird meistens direkt entsandt und für maximal einige Jahre im Ausland arbeiten, bevor es zurück in die Heimat geht. Hier kümmert sich häufig das Unternehmen um alle wichtigen Formalitäten und eine klassische Bewerbung ist meistens nicht nötig.

Wenn du dich auf eigene Faust im Ausland bewirbst, musst du dich intensiver auf den Aufenthalt vorbereiten und die Bewerbung selbst in die Hand nehmen. Bei der Jobsuche kann die Zentrale Auslands- und Fachvermittlung (ZAV) der Arbeitsagentur helfen. Auch internationale Stellenbörsen oder Kontakte können bei der Suche helfen und Abenteuerlustige bewerben sich direkt vor Ort bei interessanten Unternehmen.