Schlusssatz im Bewerbungsanschreiben

Der Schlusssatz im Bewerbungsschreiben hat einen besonderen Stellenwert, da der Bewerber hier aktiv auf ein Vorstellungsgespräch hin arbeitet. Er bildet neben der Einleitung den Höhepunkt des Anschreibens und ist wichtig für einen positiven Eindruck der Bewerbung.

Wer gut strukturiert und deutlich in Einleitung, Hauptteil und Schlussteil gliedert, überzeugt im Bewerbungsanschreiben. Der Abschlusssatz ist kurz und knackig und etwa zwei bis maximal drei Sätze lang. Da er den Abschluss des Anschreibens bildet, ist es wichtig, dass er das bereits aufgebaute Interesse des Personalers bestärkt und Lust auf ein persönliches Kennenlerngespräch macht.

Zweck und Bedeutung des Schlusssatzes

Ziel des Schlusssatzes ist es, eine Einladung zum Vorstellungsgespräch zu erlangen. Der Schlusssatz sollte noch offene Fragen beantworten, das Schreiben abrunden und den nächsten Schritt, die Einladung zum Vorstellungsgespräch, einleiten. Im Schlusssatz kommt es also darauf ein, die im Hauptteil aufgebaute Argumentation noch einmal zu bestärken und beim Personaler den Wunsch nach einem Kennenlernen zu wecken.

Experten vermuten, dass die meisten Personaler das Anschreiben nur schnell überfliegen, bei der Einleitung sowie beim Schlusssatz aber gern hängen bleiben. Eine clevere Formulierung mit guten Argumenten ist deswegen Gold wert!

Was gehört in den Schlusssatz?

Selbstbewusstes Formulieren ist im Schlusssatz wichtig. Formulierungen sind daher aktiv und eindeutig. Der Bewerber zeigt hier, dass er sich seiner Sache sicher ist und die im Hauptteil genannten Argumente und Beispiele stimmig sind.

In der Stellenanzeige gewünschte Informationen wie zum Beispiel der frühestmögliche Eintrittstermin oder die Gehaltsvorstellungen werden unbedingt genannt. Wer dieser Aufforderung nicht nachkommt, hinterlässt einen negativen ersten Eindruck und riskiert, dass die Bewerbung keine weitere Beachtung findet.

Der Schlusssatz sollte außerdem einen Call-to-Action, also eine Handlungsaufforderung enthalten. Eine aktive Formulierung wie “Ich freue mich, Sie persönlich kennenzulernen”, deutet zum Beispiel den nächsten Schritt des Personalers an. Er signalisiert so unterbewusst, dass ein Bewerbungsgespräch folgt. Der Bewerber muss hier die richtige Balance zwischen Selbstbewusstsein und Höflichkeit finden.

Tipp: Nenne im Schlusssatz unbedingt die in der Anzeige gewünschten Informationen. Alles andere wirkt wenig aufmerksam und gewissenhaft.

Was gehört nicht in den Schlusssatz?

Standardfloskeln ohne individuelle Inhalten nehmen dem Schlusssatz die Wirkung und langweilen den Personaler. Besser ist es, nochmal Persönlichkeit zu zeigen und sich durch eine eigene Wortwahl abzuheben.

Auch Formulierungen im Konjunktiv wie zum Beispiel würde, könnte oder hätte klingen nicht gut. Der Konjunktiv wird mit Unsicherheit oder Unentschlossenheit verknüpft und beinhaltet eine Portion Zweifel. Statt “Ich würde mich über ein Vorstellungsgespräch freuen” oder “Ich würde mich freuen, von Ihnen zu hören” schreibst du also besser “Ich freue mich auf ein persönliches Kennenlernen”. Ebenso werden Fragen und jegliche weitere Formulierungen, die Unsicherheit oder Ungewissheit ausdrücken, vermieden.

Arroganz und Überheblichkeit sind ebenso unangemessen wie übertriebene Höflichkeit und Zurückhaltung. Hier gilt es, eine gute Balance zu finden. Auf keinen Fall bedankt sich der Bewerber für die Aufmerksamkeit der Personalers, da dies unterwürfig und wenig selbstbewusst klingt. Es ist unangebracht, sich unter Wert zu verkaufen oder durch einen Dank klein zu machen, stattdessen gilt es, Selbstbewusstsein zu zeigen.

Die Gehaltsvorstellung wird im Schlusssatz nur dann genannt, wenn dies explizit in der Stellenausschreibung gefordert ist.

Tipp: Aktive Formulierungen bringen Schwung in den Schlusssatz und zeigen Selbstbewusstsein. Standardfloskeln und Konjunktiv sind hingegen tabu!

Tipps für einen individuellen Schlusssatz

Ein guter Schlusssatz passt zum Rest des Anschreibens und zum generellen Ton der Bewerbung. Er klingt aber auf jeden Fall freundlich und motiviert.

Wichtig ist, dass nicht einfach eine abgedroschene Formulierung gewählt wird, sondern der Satz wie der Rest des Anschreibens auf die Situation des Bewerbers angepasst ist. Auch die Branche und die angestrebte Positionen wird bei der Formulierung des Schlusssatzes sowie der gesamten Bewerbung bedacht. Ein angehender Auszubildender kann sich also jugendlicher ausdrücken als ein Absolvent oder Berufserfahrener, der eine Managementposition in einem konservativen Konzern anstrebt.

Egal, für welchen Ton du dich entscheidest – wichtig sind Durchgängigkeit und ein roter Faden. Wenn das Anschreiben jugendlich frisch klingt oder der Bewerber viel Persönlichkeit zeigt, wird auch der Schlusssatz persönlich formuliert. Er kann zum Beispiel ein genanntes Argument erneut aufgreifen oder die besondere Motivation und den Enthusiasmus des Bewerbers kommunizieren. Andersherum gilt natürlich auch, dass zu einem konservativ kühlen Ton auch ein entsprechend formeller und sachlicher Schlusssatz gehört. Hier ist Authentizität gefragt.

Grußformel und Unterschrift

Nach dem zwei bis dreizeiligen Schlusssatz folgt mit zwei Zeilen Abstand die Grußformel “Mit freundlichen Grüßen” und darunter die Unterschrift des Bewerbers.

Beispiele für individuelle Schlusssätze

Praktikum

Für ein Praktikum in Ihrem Hause stehe ich zwischen Mai und August diesen Jahres zur Verfügung. Ich freue mich auf ein persönliches Gespräch, um die Rahmenbedingungen meines Praktikums zu besprechen.

Auf eine persönliche Vorstellung, in der ich Sie von meiner Motivation für ein Praktikum sowie meinen Kenntnissen überzeugen kann, freue ich mich.

Ich freue mich sehr über eine Einladung zu einem Vorstellungsgespräch und überzeuge Sie persönlich von meiner Leidenschaft für Verkauf und Kundenberatung. Für Rückfragen stehe ich selbstverständlich zur Verfügung.

Ausbildung

Für den Beginn der Ausbildung zum Mechatroniker stehe ich ab dem 01.08.2017 zur Verfügung. Ich bin gespannt auf Ihre Antwort und freue mich, mich in einem Bewerbungsgespräch persönlich vorzustellen.

Auf Wunsch stelle ich mein Talent gern bei einem Probearbeiten unter Beweis. Ich freue mich über Ihre positive Rückmeldung und ein baldiges Kennenlernen.

Wie Sie sehen, bin ich für eine Ausbildung bei Ihnen hochmotiviert und freue mich, mich in einem Vorstellungsgespräch zu präsentieren. Ein Probearbeiten kann ich mir ebenfalls gut vorstellen.

Berufserfahrene

Gern überzeuge ich Sie in einem persönlichen Gespräch von meinem Engagement und meinem besonderen Interesse für Umweltfragen sowie meinem Können als Verfahrenstechniker.

Sehr gern überzeuge ich Sie in einem persönlichen Gespräch von meinen Fähigkeiten als Sales Agent und freue mich auf eine Einladung von Ihnen.

Auf die Gelegenheit, Ihr Unternehmen in einem persönlichen Gespräch kennenzulernen und mehr über die Position des Teamassistenten zu erfahren, freue ich mich sehr.

Checkliste für den perfekten Schlusssatz

  • Der Schlusssatz ist maximal drei Zeilen und zwei Sätze lang
  • Auf gewünschte Informationen wie Eintrittstermin und Gehalt geht man ein
  • Es werden aktive Formulierungen genutzt, der Konjunktiv wird vermieden
  • Ein selbstbewusstes aber nicht arrogantes Auftreten ist gefragt
  • Wenn möglich, das besondere Highlight noch einmal nennen
  • Call-to-Action nutzen, um die Idee des Kennenlernens zu verankern